WIRELESS LAN (IEEE 802.11X)
- die drahtlose Alternative -



1. Wireless LAN - Was ist das?
2. Warum Wireless LAN?
3. Techniken und Standards der drahtlosen Übertragung
3.1 DECT (Digital Enhanced Cordless Telecommunications)
3.2 Irda (Infrared Data Association)
3.3 Bluetooth
3.4 HiperlanI/II
3.5 WLL (Wireless Logical Loop)
4. Erforderliche Hardware zur Einrichtung eines Wireless LANs
5.1 Peer-to-Peer Funknetz
5.2 Funknetz mit Access Point
5.3 Roaming
5.4 Outdoor - Point to Point
5.5 Outdoor - Point to Multipoint
6. Senden und Empfangen - Grundlegende Funktionsweise
7. Datensicherheit
7.1 Technologievergleich: Frequency Hopping versus Direct Sequence
7.1 a) Frequency Hopping Spread Spectrum
7.1 b) Direct Sequence Spread Spectrum

GLOSSAR


1. Wireless LAN - Was ist das?

Wireless LANs (auch Funknetzwerke oder kabellose Netzwerke genannt) ermöglichen Arbeitsstationen die Kommunikation mit und den Zugriff auf ein Netzwerk durch den Einsatz von Funk als Transportmedium.

Das drahtlose LAN kann an ein bestehendes Kabel-LAN als Erweiterung angebunden werden oder es bildet ein eigenes Netz, wobei aber die erste Variante häufiger anzutreffen ist. (Im Backbone-Bereich wird nachwievor ein drahtgestütztes Netz verwendet, um intern eine höhere Datenübertragungsrate zu erreichen.)

In einem solchen Fall verbindet ein Access Point das WLAN mit einem drahtgebundenen LAN durch eine Kabelverbindung zu einer Ethernet-Anschlussdose, einem Switch oder Hub.

Grundbaustein eines drahtlosen Netzes ist die sogenannte Funkzelle. Dies ist der in der Regel kreisförmige Bereich, in dem die drahtlose Kommunikation stattfindet. Die Größe des abgedeckten Bereichs hängt, neben der Sendeleistung des Gerätes (in Deutschland und der EU auf max. 100mW an der Antenne beschränkt) auch von den örtlichen Gegebenheiten ab.
Zum Vergleich: eine Mikrowelle hat eine Sendeleistung von 50 mW, ein Schnurlostelefon (DECT) 200 mW, ein E-Netz-Handy 1000 mW und ein D-Netz-Handy 2000 mW.

Der Einsatz eines Wireless LANs ist im Freien als auch in Gebäuden möglich.
Diese Arbeitsstationen (wie PCs, Laptops und andere mit Anschlussadaptern versehene Geräte) können in der Zelle frei bewegt werden.
Innerhalb von Gebäuden können bei optimalen Bedingungen Rechweiten bis ca. 200 m und im Outdoorbereich sogar mehrere Kilometer überbrückt werden. Freie Sicht (Sichtverbindung) zwischen Sender und Empfänger sind für solche Reichweiten allerdings Voraussetzung.




2. Warum Wireless LAN?

WLAN bietet sich als einfache und relativ kostengünstige Lösung dort an, wo fest verkabelte Netze nicht installiert werden können, weil ihre Montage zu aufwendig, zu teuer oder aus baulichen Gründen schwierig oder nicht durchführbar ist (z.B. denkmalgeschützte Gebäude).

Mittels Richtfunkantennen lassen sich sogar bis zu 7 Kilometer entfernte Einzelrechner, Arbeitsgruppen oder auch komplette Netze an ein Netzwerk anbinden.

Die notwendigen funktechnischen Genehmigungen für den Betrieb solcher Anlagen holt der Hersteller einmalig ein und der Anwender darf diese dann auf seinem eigenen Gelände ohne weitere Genehmigungen, Gebühren oder zeitliche Einschränkungen einsetzen.

Nur bei der Überquerung fremder Grundstücke mit der Funkstrecke ist eine formlose Anmeldung (kostenlos) beim BAPT nötig.


Einige Beispiele für den Einsatz eines Wireless LAN:

  • Ein Außendienstmitarbeiter einer Computerfirma kann beim Kunden Daten von Büro/Werkstatt einholen, ob ein benötigtes Teil auf Lager ist oder wie lange die Bestellung des entsprechenden Teiles dauern würde und bei Bedarf gleich die Bestellung aufgeben.

  • Ein Arzt im Krankenhaus kann bei der Visite mit seinem Laptop Daten aus dem Diagnosezentrum abrufen und seine Aufzeichnungen dorthin schicken.

  • Lagerarbeiter können Daten flexibel abrufen (z.B. auch vom Gabelstapler aus)

  • Zwei entfernt voneinander stehende Gebäude und die darin befindlichen LAN-Segmente können über eine drahtlose Funkbrücke (Richtfunk) miteinander verbunden werden

  • Bei Veranstaltungen (Produktpräsentationen, Messen) muss keine aufwendige Verkabelung durchgeführt werden

  • In Schulen und Universitäten können sich Schüler und Lehrer mittels Laptop auf dem gesamten Schulgelände in das Netz einwählen; spezielle Computerräume mit sperrigen Rechnern sind nicht mehr notwendig, das Klassenzimmer wird zum Computerraum - Computereinsatz in "Nicht-Computer-Fächern" wird erleichtert




    3. Techniken und Standards der drahtlosen Übertragung

    Kabel begrenzen den Aktionsfreiraum der Anwender. Drahtlose Übertragungverfahren bieten hier eine Alternative. Allerdings gibt es mit DECT, Irda, Bluetooth, WLAN et cetera so viele Optionen, dass der Überblick leicht verloren geht.

    Hier ein kleiner Überblick, welche Technologie sich wofür eignet - und wofür eben nicht.


    3.1 DECT (Digital Enhanced Cordless Telecommunications)

  • Radius 300 Meter

  • Als flexibler High-end-Standard für mikrozellulare Funknetzwerke

  • Heute beispielsweise Trägertechnologie des WAP (Wireless Application Protocol) in den GSM/GPRS-Mobilfunknetzen

  • DMAP (DECT Multimedia Access Profile): Um Datendienst erweiterte Variante des DECT-Standards für Schnurlostelefone




    3.2 Irda (Infrared Data Association)

  • Infrarotstandard für den Kurzstreckenbereich (wenige Meter)

  • Verbindung von Notebooks, Kleinstcomputern (Palm-, Handspring- und CE-Plattformen), Handys, Eingabegeräten

  • Sender und Empfänger benötigen eine direkte Sichtverbindung

  • Nur Punkt-zu-Punkt-Verbindungen möglich

  • Übertragungsrate 16 Mbit/s

  • Keine "Rangeleien" um Funkfrequenzen




    3.3 Bluetooth

    Bei Bluetooth handelt es sich um eine Funktechnologie, die hauptsächlich für Handys, Notebooks, PDAs und Peripheriegeräte eines Netzwerks eingesetzt wird.
    Es lassen sich bis zu 8 Geräte miteinander verbinden.
    Der Standard Bluetooth 1.0 (besteht seit Sommer 1999) arbeitet ähnlich wie wie IEEE 802.11, legt jedoch den Schwerpunkt auf besonders kleine Sende-/Empfangseinheiten.
    Bluetooth benutzt wie IEEE 802.11 und IEEE 802.11b (W-LAN) das 2,4 GHz-Band.
    Die Signale werden durch Frequenz-Hopping moduliert.
    Neben der Bandbreite (die Multiplexdatenrate an der Funkschnittstelle beträgt etwa 700 kBit/s) ist auch die Reichweite eingeschränkt (10/100 Meter)
    Bluetooth stellt keine Konkurrenz für WLANs dar, da dort inzwischen Bandbreiten von 11 Mbit/s eingeführt wurden.
    In Unternehmen wird Bluetooth vor allem für Messaging (u.a. Pager), Einbindung von Organizern, Headsets, Datenbankabfragen bei kleineren Datenbanken und für den Internetzugang verwendet.
    Im Gegensatz zu anderen Funkstandards wie etwa WLAN ist hier keine Netzwerkeinrichtung und Anmeldung im Netzwerk nötig. Treffen sich zwei oder mehr Bluetooth-Geräte in einer Funkzelle, so identifizieren sie sich automatisch.




    3.4 HiperlanI/II

    Hiperlan (High Performance Radio Local Area Network) wurde schon während der Zeit von 1991 bis 1996 entwickelt - parallel zu 802.11 (WLAN).

    Obwohl Hiperlan Type 1 schon seit mehreren Jahren als Standard vorliegt und neben den hohen Übertragungsraten von bis zu 24 Mbit/s auch Quality of Service (QoS) Parameter und die Abwicklung isochronen Datenverkehrs (Übertragungszeit hat Vorrang vor der Verlustfreiheit) bietet, ist diese Variante nicht sehr weit verbreitet. Als einer der wenigen Anbieter hat z.B. Proxim mit Rangelan-5 ein Hiperlan/I-System vorgestellt.

    Der große Durchbruch, sowohl bei der Nachfrage als auch daraus folgend beim Angebot, fand jedoch nicht statt.

    Hiperlan/I nutzt das Gauss'sche Minimum-Shift-Keying Modulationsverfahren (GMSK) und koexistiert ohne weiteres mit vorhandenen WLANs im 2,4-GHz-Band.

    Deutlich verbreiteter als Hyperlan Type 1 ist Hyperlan Type 2. Hyperlan Type 2 unterstützt ebenfalls die selben QoS-Parameter wie Type 1, verfügt aber außerdem über zahlreiche Sicherheits-Services und das sogenannte Hand-over, wenn eine Bewegung zwischen lokalen Bereichen und Weitbereichen oder von firmeninternen nach öffentlichen Bereichen stattfindet.

    Hiperlan/2 hat eine sehr hohe Übertragungsrate, die auf dem Physical Layer bis zu 54 Mbit/s und auf dem Network Layer (Layer 3) bis zu 25 Mbit/s beträgt. Um dies zu bewerkstelligen, macht Hiperlan/2 von einer Modularisierungsmethode Gebrauch, die sich Orthogonal-Frequency-Digital- Multiplexing (OFDM) nennt.

    Die generellen Features der Hiperlan/2-Technologie sind hier zusammengefasst:

  • High-speed Übertragung

  • Quality-of-Service-(QoS)-Support

  • Unterstützung von Sicherheits-Features

  • High-speed Übertragung

  • Verbindungsorientierte Arbeitsweise

  • Automatische Frequenzbestimmung

  • Mobility-Support

  • Energiesparende Arbeitsweise

    Die Architektur eines Hiperlan/2-Netzwerks sieht analog zu den bekannten WLANs Access Points vor, die sich gemäß den Erfordernissen aufstellen lassen. Bei der Raumabdeckung geht man im 5-GHz-Band von einem Radius von etwa 50 Metern aus, in dem sich die mobilen Stationen um den Access Point bewegen dürfen.

    Es sind zwei Typen von Verbindungen möglich: Point-to-Point und Point-to-Multipoint. Punkt-zu-Punkt-Verbindungen sind bidirektional, während Punkt-zu-Multipunkt-Verbindungen unidirektional in Richtung des mobilen Terminals verlaufen.




    3.5 WLL (Wireless Local Loop)

    Unter der Bezeichnung WLL (Wireless Local Loop) werden mehrere Funktechnologien zusammengefasst, die die "Letzte Meile" (die Strecke zwischen der Telefon-Ortszentrale und dem Anschluss des Fernmeldeteilnehmers) drahtlos überbrücken. WLL kann man in gewisser Weise als Erweiterung der WLAN-Technologie betrachten - oft sind es die gleichen Hersteller mit zum Teil den gleichen Komponenten.

    Für WLL sind in Deutschland zwei Frequenzbänder verfügbar: 3,4 und 26 GHz. Beide verwenden Mikrowellenrichtfunk, und zwar als Punkt-zu-Multipunkt-Verfahren (PMP). Ein Sender oder eine Basisstation bedient damit mehrere Abnehmer. Die Empfangsantennen der Abnehmer müssen in Sichtweite zum WLL-Sender platzieren werden - der wohl größte Nachteil der Lösung.
    Eine Basisstation kann bis zu 300 Teilnehmer bedienen. Der 3,4-GHz-Bereich lässt Übertragungen von 2 bis 3 Mbit/s zu, und dies bei einer Reichweite von bis zu zehn Kilometern (allerdings nur, sofern sich eine Sichtverbindung auf diese Distanz realisieren lässt!).
    Das 26-GHz-Band weist mit 30 bis 40 Mbit/s eine höhere Bandbreite auf, muss aber bei der Reichweite mit drei bis fünf Kilometern Einbußen hinnehmen.




    3.6 WLAN 802.11x

    In Wireless Local Area Networks können mobile Endgeräte (zumeist Notebooks) mittels Funktechnologie über an den Wänden oder Decken installierten Access-Points kommunizieren. Diese Funkschnittstellen sind in den meisten Fällen an ein drahtgebundenes LAN angeschlossen.
    Teilweise sind auch Peer-to-Peer-Technologien realisierbar.
    Während Infrarotlösungen preisgünstig kurze Distanzen mit Sichtkontakt überbrücken, lassen sich per Funk auch Entfernungen von mehreren Kilometern bewältigen. 1997 hat das US-amerikanische IEEE den Standard 802.11 für Wireless LANs verabschiedet. Dieser wurzelt in seinen Grundzügen im Ethernet-Protokoll für kabelgestützte Netze und nutzt das 2,4-GHz-Band. Die Datendurchsatzrate ist bei 2 Mbit/s festgelegt. Zur Datenübertragung sind zwei Modulationsverfahren vorgesehen: Frequency-Hopping und Direct Sequence.
    Durch Funkzellen lässt sich eine gute Flächenabdeckung erreichen. Auch Roaming wird unterstützt - wie beim digitalen Mobilfunk merkt der Anwender nicht, dass er sich mit seinem Endgerät während der Verbindung gerade von einer Funkzelle in das Gebiet einer anderen Funkzelle bewegt.

    Zunächst war die Interoperabilität von Geräten verschiedener Hersteller nicht sehr zuverlässig, da die 802.11-Spezifikation nur die Basisanforderungen festlegt. Zudem bewegte die zum Standardisierungszeitpunkt technisch bereits überholte Bitrate von 2 Mbit/s viele Hersteller dazu, zusätzlich auch individuelle, leistungsfähigere Übertragungsmodi zu entwickeln. So kam Ende 1999 mit dem IEEE 802.11b-Standard (802.11 High Rate) bereits ein Nachfolger, der die maximale Datendurchsatzrate auf 11 Mbit/s anhebt.

    Mit WLANs lassen sich prinzipiell komplette, auch sehr große Netzwerke aufbauen, die völlig ohne Kabel auskommen. Die Größe des Netzwerks hängt davon ab, wie viele Access-Points sich maximal in ein Netz integrieren lassen und wie viele Stationen ein Access-Point bedienen kann. Hier gibt es durchaus beträchtliche Unterschiede zwischen den Geräten.
    Eines der größten WLAN-Projekte Europas ist derzeit an der Universität Rostock installiert - dort sind mehrere tausend Endgeräte kabellos miteinander vernetzt. Im Normalfall wird man aber sinnvollerweise eher Mischstrukturen aufbauen, in denen beispielsweise im High-Speed-Backbone ein entsprechendes Festnetz zum Einsatz kommt, während man auf Etagenebene die Vernetzung mit WLANs ausführt. 100 oder 1000 Mbit/s - im Backbone heute keine Seltenheit mehr - lassen sich auch mit der schnellsten WLAN-Technologie derzeit bei weitem nicht erreichen.




    4. Erforderliche Hardware zur Einrichtung eines Wireless LANs

    Der zentrale Punkt einer jeden Funkzelle ist der Access Point. Er verwaltet alle mit ihm verbundenen Funkstationen; es können gleichzeitig bis zu 256 Stationen (von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich) von einem Access Point verwaltet werden. Der Access Point ist aber auch das Bindeglied zu einem mit 802.3 (Ethernet CSMA/CD) kompatiblen LAN. Text?

    Die meisten auf dem Markt erhältlichen WLAN-Lösungen bestehen aus einem Access Point und ISA- oder PCI-Einbaukarten. Inzwischen sind auch schon die ersten USB-Adapter für WirelessLAN erhältlich.

    Text?

    Die ISA/PCI/USB-Karten werden in einen freien Steckplatz eingebaut und durch eine zusätzliche Software, einem Netzwerktreiber ähnlich, angesteuert.
    Für Laptops sind PCMCIA-Karten erhältlich.
    Durch eine zusätzliche Software und einer Netzwerkkarte kann auch ein Rechner als Access Point für ein Wireless LAN fungieren.

    Text?

















    Für die Realisierung von Outdoor-Verbindungen ist desweiteren eine Richtfunkantenne nötig.








    5. Topologien im Wireless LAN
    5.1 Peer-to-Peer Funknetz


    Text?

    In dieser einfachsten Konfiguration können zwei oder auch mehr Rechner jeweils mit einer Funkkarte bestückt werden. Die Konfiguration entspricht der eines gewöhnlichen Peer-to-Peer Netzwerkes, nur ohne Kabel. Die Funkkarte ist eine PCMCIA 32 Bit PC-Card und kann über einen ISA bzw. PCI Adapter auch in PCs ohne PCMCIA-Steckplatz eingesetzt werden.
    Bei einer Peer-to-Peer Vernetzung nimmt jeder Rechner direkt Funkkontakt mit dem Partner auf, es gibt also keinen Server bzw. andere hierarchische Strukturen.
    Wichtig: Es muss hier jeder Rechner in der Funkreichweite jedes anderen Rechners liegen!!!
    Diese Konfiguration wird oftmals auch als "ad hoc"-Modus bezeichnet.






    5.2 Funknetz mit Access Point

    Text?







    Durch den Einsatz eines Access Points lassen sich feste Funkzellen bilden, deren Radius der Funkreichweite entspricht. Je nach Gebäudestruktur und Übertragungsrate können so Funkzellen mit ca. 35 - 200 Metern innerhalb von Gebäuden gebildet werden.

    Bei Einsatz von 11-Mbps-Karten wird dabei die Geschwindigkeit einer Verbindung der Reichweite angepasst und kann von 11 auf 5,5, 2 und 1 Mbps automatisch heruntergeschaltet werden. Der Access Point stellt über einen Ethernet-Port (RJ-45) gleichzeitig die Verbindung zu einem Kabelnetzwerk, Backbone oder Router her.






    5.3 Roaming

    Text?



















    Werden mehrere Access Points eingesetzt, können überlappende bzw. auch mehrere unabhängige Funkzellen gebildet werden. Hierbei hat man die Möglichkeit, mit dem Endgerät wie z. B. einem Notebook den Standort zu wechseln; man kann sich also ohne Verlust der Verbindung von einer Funkzelle zur nächsten bewegen.

    Das Notebook wird dann automatisch beim nächsten Access Point eingeloggt. (Bei dem Access Point, dessen Funksignale am stärksten sind.)
    Diese auch aus dem Mobilfunk bekannte Funktion bezeichnet man als Roaming und geschieht im Idealfall völlig transparent für den Anwender.
    Durch die Vergabe von unterschiedlichen Funkkreisnamen kann das "automatische Roaming" aber auch eingeschränkt bzw. gesteuert werden.




    5.4 Outdoor - Point to Point

    Text?






    Durch Einsatz von zwei Funkbridges oder -routern kann eine Point-to-Point-Richtfunkstrecke aufgebaut werden. Durch diese Lösung lassen sich beispielsweise zwei Firmengebäude sehr kostengünstig miteinander verbinden.
    Bei dieser Lösung werden in der Regel Richtantennen eingesetzt. Theoretisch möglich sind hier Entfernungen von bis zu 15 Kilometern und mehr; die tatsächlich erreichte maximale Entfernung hängt von der verwendeten Antenne ab.




    5.5 Outdoor - Point to Multipoint

    Text?






    Sollen mehrere Gebäude oder Büros per Funk verbunden werden, so ist an einem zentralen Ort ein Funkrouter einzusetzen.
    Dieser kann bis zu 16 Remote Outdoor Router Verbindungen bzw. 32 Verbindungen zu einzelnen Clients aufbauen.
    Mit einer speziellen Client-Software können auch Windows-PCs/Server mit einer Funknetzkarte als Remote-Stationen in einem Outdoor-Netzwerk fungieren.
    Auch Linux-Server lassen sich mit Funkadaptern ausstatten und können so als Router genutzt werden.




    6. Senden und Empfangen - Grundlegende Funktionsweise

    Alle in Deutschland zugelassenen WLAN-Systeme benutzen ein für industrielle und andere Zwecke reserviertes ISM (Industrial-Scientific-Media)-Frequenzband zwischen 2,4 und 2,5 GHz.
    Verschiedene Systeme können mittels einer speziellen Frequenzwahl bis zu 8 unterschiedliche Kanäle im Frequenzband alternativ oder auch gleichzeitig nutzen.
    Durch dieses Verfahren können in bestimmten Fällen z. B. auch durch Störungen belastete Frequenzen umgangen werden, sodass die Übertragung gesichert wird.
    Desweiteren können durch den Einsatz mehrerer Access Points parallele Funkzellen auf unterschiedlichen Frequenzen aufgebaut werden und so die Gesamtübertragungskapazität eines FunkLANs erweitert werden. Dadurch entsteht die Möglichkeit, unterschiedliche Frequenzen zur Datenübertragung mit getrennten Benutzergruppen zu verwenden; der Datendurchsatz im Netz vervielfacht sich, da auf jeder Frequenz jeweils die volle Bandbreite für die Datenübertragung zur Verfügung steht.

    Bei FunkLANs mit mehreren Basisstationen koordiniert ein spezielles Zugriffsverfahren die Sendeberechtigung der einzelnen Funkstationen. Dabei registrieren sendewillige Stationen, ob derzeit eine Übertragung stattfindet und senden nach einer gewissen Zeit ein RTS-Signal (Ready-to-Send) an alle anderen Stationen im FunkLAN. Sobald sie dieses RTS-Signal empfangen haben, antworten sie mit einem CTS-Signal (Clear-to-Send) und unternehmen keine eigenen Sendeversuche mehr.

    Beim Frequenzsprungverfahren (Frequency Hopping) können bereits diese vorbereitenden Signale durch Kollisionen verloren gehen, was zu weiteren Übertragungsfehlern führen kann. Zudem kommt es umso häufiger zu Sendewiederholungen, je mehr Basisstationen ein FunkLAN enthält.




    7. Datensicherheit

    Zunächst besteht bei den meisten Benutzern oftmals ein Unsicherheitsgefühl:
    "Wohin die Kabel in meinem Netzwerk gehen, das sehe ich - aber wohin die Funkverbindung verläuft und ob man irgendwo die Signale verstärken könnte um meine Daten abzuhören - keine Ahnung!"

    In der Regel ist es allerdings einfacher, auch außerhalb eines Gebäudes, die bei den allermeisten Geräten abgestrahlten Daten des Monitors oder einer Netzwerkadapterkarte auf induktivem Wege (ohne elektrische Kopplung) abzuhören, als ein FunkLAN anzuzapfen.

    Durch das technische Übertragungsverfahren, das von den meisten FunkLAN-Systemen zu Zeit verwendet wird, ist bereits eine prinzipielle Verschlüsselung der Daten und damit eine Abhörsicherheit automatisch gewährleistet.

    Einige wenige Hersteller bieten für Kunden mit einem stark erhöhten Sicherheitsbewusstsein zusätzliche Verschlüsselungschips an, die als Hardwareelement eingebaut werden.




    7.1 Technologievergleich: Frequency Hopping versus Direct Sequence

    WLANs sichern den Datenverkehr mittels Verfahren zur Bandspreizung (Spread Spectrum, SS) gegen Abhören und Störungen; dieses Verfahren entspricht einer komplexen Codierung, die ein Abhören schon durch die eingesetzten technischen Prinzipien sehr schwer macht. Alle derzeit zugelassenen WLAN-Systeme setzen zwei verschiedene Techniken ein, das sogenannte Direct Sequence Spread Spectrum (DSSS) und das Frequency Hopping Spread Spectrum (FHSS).


    a) Frequency Hopping Spread Spectrum (FHSS) Text?






















    Beim Frequency Hopping wird während des Verbingungsaufbaus zwischen Sender und Empfänger eine Folge vereinbart, nach der einige Male pro Sekunde (jeweils nach der Übertragung eines Datenpaketes) die S endefrequenz umgeschaltet wird. Tritt bei der Übertragung ein Fehler auf, wird das Datenpaket nochmals auf einer anderen Frequenz gesendet.
    Im 2,4-GHz-Band stehen dazu insgesamt 79 verschiedene Kanäle im 1-MHz-Abstand zur Verfügung. Die vorgeschriebene Mindestsprungdistanz beträgt 6 MHz.
    Ein nichtautorisierter Zuhörer kann diesen Sprüngen nicht folgen, die Synchronisation zwischen Sender und Empfänger bedeutet jedoch zusätzlichen Overhead in der Datenübertragung.


    b) Direct Sequence Spread Spectrum (DSSS) Text?






















    Direct Sequence verschlüsselt jedes Bit in eine Bitfolge, den sogenannten "Chip", und sendet diesen auf das Frequenzband aufgespreizt. Für unbefugte "Lauscher" verschwindet das Signal dadurch im Hintergrundrauschen; erst der autorisierte Empfänger kann es wieder herausfiltern.

    Aus einem schmalbandigen Eingangssignal wird so ein breitbandiges Ausgangssignal, das über den gesamten zur Verfügung stehenden Frequenzbereich übertragen wird.
    Vor allem in großen Gebäuden wie Lagerhallen treten nämlich "schwache Signale", Echos von Wänden, Decken oder sonstigen Hindernissen, auf.
    Beim FHSS müsste jedes Datenpaket so lange gesendet werden, bis eine Frequenz gefunden ist, die das Originalsignal vor dessen Echo beim Empfänger ankommen lässt.
    Das Problem der schwachen Signale und der daraus resultierenden Sendewiederholungen macht sich aber auch hinsichtlich der Sendereichweite bemerkbar, die bei DSSS-Lösungen im Schnitt etwa doppelt so hoch ist wie bei FHSS-Systemen.
    Viele 802.11-WLANs basieren auf FHSS. Jedoch vermindert der hohe Verwaltungs-Overhead für die Frequenzsprünge die Nutzdatenrate und macht Roaming kompliziert.
    Daher nutzen 802.11b-Systeme DSSS, das auch bei der Überbrückung großer Distanzen für eine schnelle Datenübertragung sorgt.

    FHSS-basierende und DSSS-basierende Systeme können nicht gemeinsam in ein und demselben FunkLAN verwendet werden.








    GLOSSAR

    Ad-Hoc
    Diese Bezeichnung findet man häufig im Zusammenhang mit Peer-to-Peer Netzwerken.
    Dieser Modus muss bei den einzelnen Funkkarten (Clients) aktiviert sein, um untereinander ohne Access Point kommunizieren zu können.

    DSSS
    Direct Sequence Spread Spectrum. Übertragungsverfahren, bei dem ein zu übertragendes Bit kodiert wird; aus einem schmalbandigen Signal wird ein breitbandiges. So erreicht man höhere Datenübertragungsraten sowie eine höhere Störunanfälligkeit.



    FHSS
    Frequency Hopping Spread Spectrum. Der Sender schaltet 50 Mal pro Sekunde die Sendefrequenz um; bei fehlerhafter Datensendung wird auf einer anderen Frequenz erneut gesendet. Bei Störungen ("schwache Signale") wird so der Datendurchsatz deutlich geringer.

    Frequenzbereich
    Der Frequenzbereich für Wireless LAN liegt zwischen 2,4 und 2,4835 GHz.

    Funkzelle
    Bereich, der von der Antenne einer Funkstation abgedeckt wird.

    Multi-Zellen
    Befinden sich im Empfangsbereich der Stationsadapter mehr als ein Access Point, spricht man von überlappenden Funkzellen. Durch überlappende Funkzellen ist ein nahtloser Übergang von einer Funzelle zur anderen möglich. Jeder Stationsadapter verbindet sich automatisch mit dem am besten zu empfangenden Access-Point.

    QoS
    Quality of Service. Hiermit wird das Bandbreitenmanagement bezeichnet, um beispielsweise Diensten wie Sprachübertragung Vorrecht einzuräumen.

    Roaming
    Mobil eingesetzte Geräte können sich ohne Beeinflussung des Datenverkehrs zwischen verschiedenen Zellen eines Netzwerks bewegen. Der innovative Roaming-Mechanismus garantiert ununterbrochene Datenübertragung. Diese Roaming-Funktion wird durchdie Fähigkeit der Station erreicht, den Access-Point in seinr Umgebung zu wählen, der das stärkste Signal sendet.

    Wireless Bridge
    Eine Wireless Bridge dient vor allem zur Verbindung von räumlich entfernten LANs über Gebäudegrenzen hinweg an das Hauptnetz.
    Die Geräte werden in der Regel mit Außenantennen ausgerüstet, die sowohl Richt- als auch Rundstrahlcharakteristik aufweisen können. Die Antennen sind wetterfest und werden i. d. R. auf dem Dach angebracht, während die Bridges geschützt im Gebäude stehen. Unbedingt notwendig ist hierbei die direkte Sichtverbindung zwischen den Gebäuden.